Bürgerinformation zum Breitbandnetzausbau

Autor: Volker Schütte-Felsche und Thomas Menzel

Zweckverband Breitbandversorgung im Kreis Plön                                   Gemeinde Ascheberg
                 Verbandvorsteher                                                                 Der Bürgermeister

Bürgerinformation zum Breitbandnetzausbau


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Versorgung mit schnellen Datenleitungen, dem sog. Breitband, ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben für die Weiterentwicklung unseres ländlichen Raumes. Die schnelle Datenübertragung ist für Handel und Gewerbe von existentieller Bedeutung und nimmt auch im privaten Bereich immer mehr Raum ein. Dieser Versorgungsaufgabe stellen wir uns gemeinsam mit 46 Gemeinden, die sich zum "Zweckverband Breitbandversorgung im Kreis Plön" zusammengeschlossen haben. Wir sind überzeugt, dass wir nur im größeren kommunalen Verbund wirtschaftlich erfolgreich handeln können.

Warum kommunales Engagement?
Wir gehen davon aus, dass sich die privaten Telekommunikationsunternehmen verständlicherweise  nur dort engagieren, wo es für sie wirtschaftlich lukrativ ist und das flache Land mit wenigen Teilnehmeranschlüssen und größeren Entfernungen dauerhaft unversorgt bleibt.  Die Mitbenutzung bereits vorhandener Glasfaserleitungen gestaltet sich äußerst schwierig, da diese im Besitz der verschiedenen Unternehmen sind und diese technisch eigenständige und vor allem wirtschaftliche Ziele verfolgen.
Unserer Ziel ist daher der Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes zur Versorgung des  Gesamt-gebietes unserer Gemeinden. Dabei sollen 95 % aller Gebäude direkt mit Glasfaserleitungen angeschlossen und die übrigen über alternative Techniken (z.B. Funk) versorgt werden.

Warum Glasfaserleitungen?
Nach ausführlichen Beratungen durch Fachleute sind wir davon überzeugt, dass nur über Glasfaserleitungen das in der Zukunft gewaltig steigende Datenvolumen transportiert werden kann. Die Leistungsfähigkeit der alten, vorhandenen Kupferleitungen, über die ursprünglich nur der Telefonverkehr laufen sollte, kann zwar durch verschiedene technische Verfahren deutlich verbessert werden, wird aber den Anforderungen der Zukunft nicht gerecht. Je weiter der Teilnehmer vom Kabelverzweiger (Verteiler/Schaltkasten) entfernt ist und je mehr Nutzer gleichzeitig die Kupferleitung nutzen, umso mehr sinkt die Datenübertragungsrate und damit die Leistungsfähigkeit des Netzes.

Wozu benötige ich einen schnellen Datenanschluss?
Die digitale technische Entwicklung schreitet rasant voran und die dazu notwendigen Daten-übertragungsraten  werden sich explosionsartig vergrößern. Das Netz wird nicht nur für das klassische Internet sondern vermehrt auch für andere Nutzungsformen wie hochauflösende Fernseh-, Musik- und  Videoübertragungen,  für Heimarbeit, zum Telefonieren, für medizinische Diagnoseverfahren (Telemedizin), zur Energiesteuerung  und vieles mehr immer intensiver genutzt werden. Ein Glasfaseranschluss ermöglicht den Zugang zu den modernen Medien mit zukünftig nahezu unbegrenzten Datenübertragungsraten. Auch der, der heute sagt, ich brauche das alles doch gar nicht, wird bald - wie bei anderen mittlerweile selbstverständlichen technische Weiterentwicklungen - von den neuen Möglichkeiten überzeugt sein und diese nutzen wollen. Der Anschluss steigert zugleich den Wert Ihrer Immobilie und schon heute ist für Kaufinteressenten eine entscheidende Frage, ob das Haus oder die Wohnung einen schnellen Internetanschluss hat.

Wie wird der Netzausbau durch die Gemeinden finanziert?
Die Gemeinden des Zweckverbandes nutzen ihre finanziellen Vorteile, die sie gegenüber den Unternehmen haben: Die Gemeinden müssen keine Gewinne erwirtschaften sondern nur kostendeckend arbeiten, sie nutzen günstige Kommunalkredite und steuerliche Vorteile und das Breitbandnetz bleibt im Besitz des Zweckverbandes, also in kommunaler Hand. Der Betrieb des Netzes wird, nach entsprechender Ausschreibung, durch ein Unternehmen erfolgen, welches das Netz von uns zu einem Pachtzins übernimmt, der unsere Kosten für die Kreditaufnahme vollständig decken soll.
Damit sich das Geschäftsmodell auch für das Unternehmen rechnet, erfolgt der Ausbau und damit verbunden auch die Kreditaufnahme der Ausbaukosten erst dann, wenn das Unternehmen in dem auszubauenden Bereich durch Vorverträge mit Ihnen eine für die Wirtschaftlichkeit notwendige Anschlussquote erreicht hat. Die Zweckverbandsgemeinden und das ausgewählte Unternehmen sind Partner, die Sie - liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger - an das Netz der Zukunft anschließen wollen. Das Modell funktioniert jedoch nur mit Ihrer Mithilfe, in dem Sie bereit sind, sich an unseren Partner, den Kommunikationsdienstleister, zum Erreichen der geforderten Anschlussquote über den Vorvertrag binden. Damit liegt es weitgehend in Ihrer Hand, ob ein Glasfasernetz durch uns in Ihrer Region ausgebaut wird oder nicht.

Warum dauert es so lange und wann geht es los?
Die Ungeduld ist verständlich aber bitte bedenken Sie, dass es sich um eine gewaltige finanzielle Investition handelt, die gründlich vorbereitet werden muss. Die Konkurrenz auf dem Markt ist groß. Viele  Unternehmen versuchen sich in diesem Markt der Zukunft entsprechend zu positionieren und "die Rosinen aus dem Kuchen" zu picken. Der Markt ist sehr streng geregelt und besonders wenn wir uns als Kommunen im Geschäft der freien Wirtschaft bewegen, müssen wir peinlich  genau alle Spielregeln einhalten.  Das  kostet nun einmal über die vorgeschriebenen Verfahrensschritte viel Zeit.
Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Herbst die europaweite Ausschreibung starten und nach dem Ende des Verhandlungsverfahrens in den frühen Monaten 2016 gemeinsam mit dem ausgewählten Unternehmen Informationsveranstaltungen in den ersten Ausbaugebieten durchführen können. Erst dann werden wir Informationen über die geforderte Anschlussquote und die Preisgestaltung für Ihren Anschluss präsentieren und Ihnen den Vorvertrag anbieten können.

Zum Schluss:
Wir wollen den Ausbau des Netzes in der Fläche und nicht nur den punktuellen Ausbau dort, wo es wirtschaftlich vorteilhaft ist. Daher engagieren wir uns als Zweckverband für einen eigenen Ausbau. Wir können aber nur die Vorarbeit leisten. Entscheidend für das Gelingen des Geschäftsmodells ist Ihre Bereitschaft, sich für das kommunale Breitbandnetz einzusetzen und zur gegeben Zeit den Vertrag mit unserem Unternehmen abzuschließen. Gelingt uns das nicht gemeinsam, werden viele Teilgebiete in unseren Gemeinden keinen schnellen Netzzugang erhalten und von der Entwicklung abgekoppelt werden.
Also: Freuen Sie sich auf unserer Netz und machen Sie mit!

Mit freundlichen Grüßen
                                       
Volker Schütte-Felsche                                          Thomas Menzel
   Verbandsvorsteher                                              Bürgermeister      

 

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